für Jugendliche

anton

ANTON oder die Zeit des unwerten Lebens (2007)

Lehrer Heimann hat Anton immer mehr auf dem Kieker.
Er gibt Strafarbeiten, wenn Anton zuckt.
Er schlägt, wenn Anton schweigt.
Er lacht ihn aus, wenn Anton stottert.

 

Inhalt

Lehrer Heimann hat Anton immer mehr auf dem Kieker.

Er gibt Strafarbeiten, wenn Anton zuckt.

Er schlägt, wenn Anton schweigt.

Er lacht ihn aus, wenn Anton stottert.

Er spottet, wenn Anton rechnet.

Einer wie Anton hat in der Schule nichts zu suchen.

Einer wie Anton hat eigentlich überhaupt kein Recht zu leben.

Denn Anton ist behindert, und es ist das Jahr 1941.

 

Ab 1939 sollen behinderte Kinder systematisch erfasst und vernichtet werden. Anton ist mathematisch hoch begabt, doch er stottert, und eine Lähmung im rechten Arm erschwert ihm das Schreiben. Schüler und Lehrer schikanieren ihn immer ungehemmter - bis seine Eltern ihn verstecken müssen. Dieses gut recherchierte Buch über die Euthanasie, nüchtern und bewegend zugleich, beruht auf einer wahren Begebenheit: Anton war Elisabeth Zöllers Onkel.

 

Preis € (D) 6,95

Preis SFR 13,00 (UVP)

224 Seiten, Broschur

ISBN 978-3-596-80516-7

Fischer Schatzinsel

 

Pressestimmen

»Anton wird von seiner Mutter versteckt, wird von den Mördern gesucht, bis die Mutter einen rettenden Einfall hat: »In dieser Zeit kann ein Behinderter am besten tot überleben.« So fährt sie zu einem Arzt, einem Freund der Familie, und bekommt als Gegengabe für einen großen Schinken einen Totenschein, der Antons Ableben amtlich beglaubigt. So überlebt Anton als einer der wenigen die systematische Tötung behinderter Kinder. Er malt und zeichnet in seiner Kammer bis der Krieg zu Ende ist. »Anton verbringt die letzten Jahre seines Lebens in einem Krankenhaus für geistig Behinderte, das eine eigene Malschule hat. Er stirbt mit über 60 Jahren.« Wäre das Adjektiv nicht derart abgedroschen, ich würde das Buch »anrührend« nennen; im Gegensatz zu den Dokumenten über jene Anstalten, die alles andere als »Heil- und Pflegeanstalten« gewesen sind, wird hier an einem einzelnen Fall die unerhörte Unmenschlichkeit des Regimes aufgedeckt, und zwar in einer spannenden Geschichte, die, weiß Gott, für junge Leser geeignet ist…«

 (Günter Kunert in der Frankfurter Rundschau)

 

»Elisabeth Zöller ist es geglückt, eine authentische Geschichte so unkonventionell und lebendig zu erzählen, dass der deutsche Alltag zwischen 1933 und 1945 sinnlich erfahrbar wird. Eine Geschichte, die man nicht nur über den Kopf, sondern über die Haut aufnimmt.«

AUS DER JURYBEGRÜNDUNG

 

»Das spröde Thema, das vor lauter politischer Korrektheit auch sehr fade erzählt werden könnte, belebt sie mit einer farbigen, sinnlichen Sprache und dem Bild eines Jungen, der von sich selbst sagt, er sei »bekloppt und doof«. Aber, findet er, »die Bekloppten muss es auch geben«. Anton überlebt den Krieg mit Mühe; seine Eltern sterben kurz nach seiner Rettung, »ihre Lebenskraft ist verbraucht«. Dabei hatte doch der Apotheker, der das Geld für die Flucht aufs Land lieh, immer wieder betont: »Ein solches Kind gehört uns allen.« Perlentaucher/SÜDDEUTSCHE ZEITUNG

 

»Ergreifend, erschütternd, tiefgründig, spannend, wertvoll und unbedingt lesenswert.«

LEBENSHILFE MÜNCHEN

 

»Die Selektion, das heißt die Bewertung von Menschen nach ihrer biologischen oder staatlichen Nützlichkeit, ist stets der Beginn der Unmenschlichkeit. Jeder Mensch hat seinen eigenen Wert.«

AUS DEM NACHWORT VON ERNST KLEE

 

»Ein erschütternd konkretes Stück Zeitgeschichte, auch für 11-Jährige schon sehr gut lesbar.«

GEMEINSAM LEBEN



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Elisabeth Zöller